Die Tel­ling­ton TTouch Metho­de

Sep 10, 2016

Die Tel­ling­ton TTouch® Metho­de

© Bibi Degn

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Die Tel­ling­ton TTouch Metho­de wird in Deutsch­land seit 1975 für Pfer­de und seit 1996 für Hun­de gelehrt und als Zer­ti­fi­kats­lehr­gang zur Wei­ter­bil­dung ange­bo­ten. Da die­se Metho­de weder der Hun­­­de-Aus­­­bil­­dung im her­kömm­li­chen Sin­ne, noch der Heil­pra­xis klar zuzu­ord­nen ist, soll sie im Fol­gen­den kurz erklärt wer­den.

Die Tel­­lin­g­­ton-Metho­­de ist ein bewähr­ter Weg, welt­weit aner­kannt (von Tierärzt/innen, Zooleiter*innen, Hundesportler*innen, Fach­ver­bän­den u.v.m.), und wird seit 40 Jah­ren täg­lich von Tierbersitzer*innen prak­tisch ange­wandt. Die Metho­de –ursprüng­lich für Pfer­de — hat sich aus empi­ri­schem Erfah­rungs­ge­winn in einer Zeit ent­wi­ckelt, als ganz­heit­li­che Zugän­ge (die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Kör­per und Psy­che, sowie Ver­hal­ten)  noch nicht wis­sen­schaft­lich unter­sucht wur­den.

Ganz­heit­lich­keit

Sie basiert auf die­sen Zusam­men­hän­gen, die in neue­ren Erkennt­nis­sen der Kogni­­ti­ons-For­­schung (am Men­schen) , unter dem Begriff „Embo­di­ment“ zusam­men gefasst wer­den: Grund­la­ge hier­für ist ein Ver­ständ­nis, das den Kör­per nicht nur als jeman­des „Anhäng­sel“ betrach­tet, son­dern als Enti­tät, in der Bedeu­tun­gen und Zuschrei­bun­gen umge­setzt und geschaf­fen wer­den, so wie jede Soft­ware eine Hard­ware benö­tigt, um wir­ken zu kön­nen. In der Tel­ling­ton Arbeit mit Tie­ren wird über Kör­per­ar­beit die Gesamt­heit des Tie­res erreicht, mit sei­nen kör­per­li­chen, emo­tio­na­len, psy­chi­schen, ver­hal­tens­be­ein­flus­sen­den Antei­len.

Damit ist die Tel­ling­ton Metho­de als Son­der­fall der Arbeit mit Tie­ren zu betrach­ten,  weil sie zwar posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf das Ver­hal­ten von Hun­den mit sich bringt, aber von den Anwen­dun­gen her als Well­ness für Tie­re ein­zu­ord­nen ist.  Zu ver­glei­chen wäre das in der Men­­schen-Welt mit dem Besuch einer Yoga-Grup­­pe, die zwar für grö­ße­re psy­chi­sche Aus­ge­gli­chen­heit sorgt, aber den­noch nicht als  päd­ago­gi­sche oder the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­me ein­zu­ord­nen ist.

Wirk­wei­sen

Durch die Aus­füh­rung der Tel­­lin­g­­ton-Ele­­men­­te Kör­per­ar­beit und Boden­ar­beit (durch den aus­ge­bil­de­ten Tel­ling­ton Prac­ti­tio­ner oder die Tierhalter*innen selbst) erzielt man in vie­len Fäl­len posi­ti­ve Ver­än­de­run­gen bei Tie­ren: Die Anwen­dun­gen wir­ken gesund­heits­för­der­lich, ande­rer­seits wir­ken sie auf das Ver­hal­ten der Tie­re.

Dafür gibt es ver­schie­de­ne Erklär­an­sät­ze:

  • Die erziel­te kör­per­li­che Ent­span­nung macht es für die Tie­re leich­ter, sich den teil­wei­se stres­si­gen und nicht immer tier­ge­rech­ten Anfor­de­run­gen unse­rer moder­nen Welt zu stel­len. Mensch­li­che Geschäf­tig­keit, Lärm, Gerü­che, Stress und ande­re Belas­tun­gen unse­rer Umwelt stel­len für die Tie­re eine Her­aus­for­de­rung dar, die ins­be­son­de­re im Fall nicht ganz glück­lich ver­lau­fen­der Sozia­li­sie­rung und Erzie­hung der Hun­de zum Pro­blem für die Tierhalter*innen wer­den kön­nen.
  • Die bes­se­re Kör­per­be­wuss­te­hit und Kör­per­be­herr­schung redu­ziert Reak­ti­vi­tät von Tie­ren und lässt sie bewuss­ter ent­schei­den und han­deln.
  • Die Übun­gen för­dern die Pro­prio­zep­ti­on (kör­per­li­che Selbst­wahr­neh­mung) und die sen­so­mo­to­ri­sche Abstim­mung der Tie­re. Dies lässt sie Tie­re intel­li­gen­ter agie­ren, die neu­ro­na­len Bah­n­un­gen wer­den viel­sei­ti­ger und instin­k­­tiv-reak­­ti­­ves Ver­hal­ten tritt ver­gleichs­wei­se in den Hin­ter­grund.
  • Die Kör­per­ar­beit lässt die Hun­de an Selbst­be­wusst­sein und Sicher­heit Somit pas­sie­ren deut­lich weni­ger angst-basier­­te Hand­lun­gen, denen auch aggre­si­ve Akte zuzu­ord­nen sind. Man weiß, dass Aggres­si­on bei Tie­ren aus einer Grund­la­ge der Angst ent­steht.
  • Die Übun­gen füh­ren fast zwangs­läu­fig zu einer bes­se­ren Bezie­hung zwi­schen Mensch und Hund, womit alle wei­te­ren Schirt­te zur Erzie­hung der Hun­de leich­ter wer­den.

Die Anwen­dun­gen

Es wird (aus­schließ­lich) mit zwei kör­per­ori­en­tier­ten Tech­­nik- Ansät­zen gear­bei­tet: Massa­ge-ähn­­li­che Berüh­run­gen, und Balan­ce-unter­­stüt­zen­­de lang­sa­me Boden­­ar­beits-Übun­­gen.

Die­se Tech­ni­ken der Tel­­lin­g­­ton-Metho­­de, dabei ins­be­son­de­re die Kör­per­ar­beit, sind leicht  zu ver­mit­teln, bei gleich­zei­tig sehr hoher Wirk­sam­keit. Das macht es für Hun­de­hal­ter* innen  (und die Tie­re ) mög­lich, selbst zu hel­fen, wenn sie (zb mit dege­ne­ra­ti­ven Gelenks-) Erkran­kun­gen oder Ver­let­zun­gen zu tun haben. Die Hil­fe zur Selbst­hil­fe in der Tel­ling­ton Metho­de ist wesent­lich wich­ti­ger, als „Behand­lun­gen“ durch die Fach­leu­te und über­wiegt in mehr als 95% aller Fäl­le. Dabei blei­ben „Neben­wir­kun­gen“ posi­ti­ver Art auf  das Ver­hal­ten und die Bezie­hung zwi­schen Mensch und Tier nicht aus, sie sind viel­mehr sozu­sa­gen unver­meid­lich, wie oben auf­ge­führt.

Die Tel­­lin­g­­ton-Metho­­de wird in den ver­schie­de­nen Berei­chen der Hun­de­welt ein­ge­setzt, aus Grün­den ihrer gesund­heits­för­der­li­chen Wirk­sam­keit, aber auch auf­grund ihrer posi­ti­ven Wir­kung auf Lern­fä­hig­keit, Leis­tungs­fä­hig­keit und Belast­bar­keit, wie auf die Aus­ge­gli­chen­heit  von Hun­den, aber auch auf die Bezie­hung zwi­schen Mensch und Tier.

Wie funk­tio­niert die Tel­­lin­g­­ton-Metho­­de?

Qua­li­täts­vol­le Berüh­run­gen und spe­zi­el­le Führ­übun­gen schaf­fen eine Mög­lich­keit zur Ände­rung von kör­per­li­chen Span­nungs­mus­tern und damit im Zusam­men­hang ste­hen­den Ver­hal­tens­mus­tern. Man macht das durch spe­zi­el­le und sanf­te krei­sen­de Berüh­run­gen der Hän­de am gesam­ten Kör­per des  Hun­des, durch eine beson­de­re Qua­li­tät in der Aus­füh­rung von Boden­übun­gen über einen soge­nann­ten Lern­par­cours mit ein­fa­chen­Hin­der­nis­sen, sowie den Ein­satz von spe­zi­el­len Aus­rüs­tungs­ge­gen­stän­den, wie elas­ti­sche Kör­per­bän­der, „thun­der­s­hirts“,  Denk­müt­zen, Beru­hi­gungs­bän­der etc., wel­che die Pro­prio­zep­ti­on för­dern.

Wie wird die Metho­de unter­rich­tet?

In Deutsch­land leh­ren der­zeit ca 170 aus­ge­bil­de­te und zer­ti­fi­zier­te Prac­ti­tio­ner (=Leh­rer) die Metho­de in Kur­sen und Pri­vat­stun­den. Welt­weit leh­ren über 2000 aus­ge­bil­de­te Tel­ling­ton Lehrer*innen in 37 Län­dern für Hun­de und Pfer­de.

Der Zer­ti­fi­kats­lehr­gang zu die­sem Abschluss dau­ert je nach ange­streb­tem Zer­ti­fi­kat 1,5 oder 2,5 Jah­re und schließt mit Prü­fung und Zer­ti­fi­zie­rung der Absol­vie­ren­den.

Die Grün­de­rin und Lite­ra­tur

Lin­da Tel­­lin­g­­ton-Jones, die Namen­ge­be­rin der Metho­de, ist die Autorin von 21 Büchern in 15 Spra­chen, Vide­os und Ver­öf­fent­li­chun­gen zum The­ma der Erzie­hung von Pfer­den, Hun­den und Kat­zen sowie Well­ness für Men­schen. Die gebür­ti­ge Kana­die­rin ist die Grün­de­rin der Metho­de und bereist auch heu­te noch die gan­ze Welt, u.a. jähr­lich Deutsch­land.

Fisher, S.: Das Anti-Stress Pro­gramm für Hun­de, Stutt­gart (Hohen­heim) 2009
Frei­ling, K.P.: Ent­span­nungs­trai­ning für Hun­de, Stress, Ängs­te und Ver­hal­tens­pro­ble­me redu­zie­ren. Schwar­zen­bek 2015
Tel­­lin­g­­ton-Jones, L., Tay­lor, S.: TTouch for You, Stutt­gart 2003
Tel­­lin­g­­ton-Jones, L., Tay­lor, S.: Der neue Weg im Umgang mit Tie­ren, Stutt­gart 1993
Tel­­lin­g­­ton-Jones, L.: Die Per­sön­lich­keit ihres Pfer­des, Stutt­gart 1995
Tel­­lin­g­­ton-Jones, L.: Tel­­lin­g­­ton-Trai­­ning für Hun­de, Stutt­gart 2010
Zurr, Dr.D.: TTEAM und TTouch in der tier­ärzt­li­chen Pra­xis, Stutt­gart 2005

Infor­ma­ti­on und Aus­kunft

fin­den Sie im Inter­net unter www.tellington-methode.de, www.ttouch.com, sowie zum Zer­ti­fi­kats­lehr­gang unter www.tiereakademie.de oder über
Frau Bibi Degn, t 02247/9693910 b.degn@tiereakademie.de

oder den Vor­stand des Tel­ling­ton TTouch Ver­eins, der die Funk­ti­on eines Berufs­ver­ban­des der Lehrer*innen der Tel­ling­ton TTouch Metho­de hat (sie­he www.tellington-methode.de)

 

 

 

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