Die Tellington TTouch Methode

Die Tellington TTouch® Methode

(c) Bibi Degn

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Die Tellington TTouch Methode wird in Deutschland seit 1975 für Pferde und seit 1996 für Hunde gelehrt und als Zertifikatslehrgang zur Weiterbildung angeboten. Da diese Methode weder der Hunde-Ausbildung im herkömmlichen Sinne, noch der Heilpraxis klar zuzuordnen ist, soll sie im Folgenden kurz erklärt werden.

Die Tellington-Methode ist ein bewährter Weg, weltweit anerkannt (von Tierärzt/innen, Zooleiter*innen, Hundesportler*innen, Fachverbänden u.v.m.), und wird seit 40 Jahren täglich von Tierbersitzer*innen praktisch angewandt. Die Methode –ursprünglich für Pferde – hat sich aus empirischem Erfahrungsgewinn in einer Zeit entwickelt, als ganzheitliche Zugänge (die Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche, sowie Verhalten)  noch nicht wissenschaftlich untersucht wurden.

Ganzheitlichkeit

Sie basiert auf diesen Zusammenhängen, die in neueren Erkenntnissen der Kognitions-Forschung (am Menschen) , unter dem Begriff „Embodiment“ zusammen gefasst werden: Grundlage hierfür ist ein Verständnis, das den Körper nicht nur als jemandes „Anhängsel“ betrachtet, sondern als Entität, in der Bedeutungen und Zuschreibungen umgesetzt und geschaffen werden, so wie jede Software eine Hardware benötigt, um wirken zu können. In der Tellington Arbeit mit Tieren wird über Körperarbeit die Gesamtheit des Tieres erreicht, mit seinen körperlichen, emotionalen, psychischen, verhaltensbeeinflussenden Anteilen.

Damit ist die Tellington Methode als Sonderfall der Arbeit mit Tieren zu betrachten,  weil sie zwar positive Auswirkungen auf das Verhalten von Hunden mit sich bringt, aber von den Anwendungen her als Wellness für Tiere einzuordnen ist.  Zu vergleichen wäre das in der Menschen-Welt mit dem Besuch einer Yoga-Gruppe, die zwar für größere psychische Ausgeglichenheit sorgt, aber dennoch nicht als  pädagogische oder therapeutische Maßnahme einzuordnen ist.

Wirkweisen

Durch die Ausführung der Tellington-Elemente Körperarbeit und Bodenarbeit (durch den ausgebildeten Tellington Practitioner oder die Tierhalter*innen selbst) erzielt man in vielen Fällen positive Veränderungen bei Tieren: Die Anwendungen wirken gesundheitsförderlich, andererseits wirken sie auf das Verhalten der Tiere.

Dafür gibt es verschiedene Erkläransätze:

  • Die erzielte körperliche Entspannung macht es für die Tiere leichter, sich den teilweise stressigen und nicht immer tiergerechten Anforderungen unserer modernen Welt zu stellen. Menschliche Geschäftigkeit, Lärm, Gerüche, Stress und andere Belastungen unserer Umwelt stellen für die Tiere eine Herausforderung dar, die insbesondere im Fall nicht ganz glücklich verlaufender Sozialisierung und Erziehung der Hunde zum Problem für die Tierhalter*innen werden können.
  • Die bessere Körperbewusstehit und Körperbeherrschung reduziert Reaktivität von Tieren und lässt sie bewusster entscheiden und handeln.
  • Die Übungen fördern die Propriozeption (körperliche Selbstwahrnehmung) und die sensomotorische Abstimmung der Tiere. Dies lässt sie Tiere intelligenter agieren, die neuronalen Bahnungen werden vielseitiger und instinktiv-reaktives Verhalten tritt vergleichsweise in den Hintergrund.
  • Die Körperarbeit lässt die Hunde an Selbstbewusstsein und Sicherheit Somit passieren deutlich weniger angst-basierte Handlungen, denen auch aggresive Akte zuzuordnen sind. Man weiß, dass Aggression bei Tieren aus einer Grundlage der Angst entsteht.
  • Die Übungen führen fast zwangsläufig zu einer besseren Beziehung zwischen Mensch und Hund, womit alle weiteren Schirtte zur Erziehung der Hunde leichter werden.

Die Anwendungen

Es wird (ausschließlich) mit zwei körperorientierten Technik- Ansätzen gearbeitet: Massage-ähnliche Berührungen, und Balance-unterstützende langsame Bodenarbeits-Übungen.

Diese Techniken der Tellington-Methode, dabei insbesondere die Körperarbeit, sind leicht  zu vermitteln, bei gleichzeitig sehr hoher Wirksamkeit. Das macht es für Hundehalter* innen  (und die Tiere ) möglich, selbst zu helfen, wenn sie (zb mit degenerativen Gelenks-) Erkrankungen oder Verletzungen zu tun haben. Die Hilfe zur Selbsthilfe in der Tellington Methode ist wesentlich wichtiger, als „Behandlungen“ durch die Fachleute und überwiegt in mehr als 95% aller Fälle. Dabei bleiben „Nebenwirkungen“ positiver Art auf  das Verhalten und die Beziehung zwischen Mensch und Tier nicht aus, sie sind vielmehr sozusagen unvermeidlich, wie oben aufgeführt.

Die Tellington-Methode wird in den verschiedenen Bereichen der Hundewelt eingesetzt, aus Gründen ihrer gesundheitsförderlichen Wirksamkeit, aber auch aufgrund ihrer positiven Wirkung auf Lernfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit, wie auf die Ausgeglichenheit  von Hunden, aber auch auf die Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Wie funktioniert die Tellington-Methode?

Qualitätsvolle Berührungen und spezielle Führübungen schaffen eine Möglichkeit zur Änderung von körperlichen Spannungsmustern und damit im Zusammenhang stehenden Verhaltensmustern. Man macht das durch spezielle und sanfte kreisende Berührungen der Hände am gesamten Körper des  Hundes, durch eine besondere Qualität in der Ausführung von Bodenübungen über einen sogenannten Lernparcours mit einfachenHindernissen, sowie den Einsatz von speziellen Ausrüstungsgegenständen, wie elastische Körperbänder, „thundershirts“,  Denkmützen, Beruhigungsbänder etc., welche die Propriozeption fördern.

Wie wird die Methode unterrichtet?

In Deutschland lehren derzeit ca 170 ausgebildete und zertifizierte Practitioner (=Lehrer) die Methode in Kursen und Privatstunden. Weltweit lehren über 2000 ausgebildete Tellington Lehrer*innen in 37 Ländern für Hunde und Pferde.

Der Zertifikatslehrgang zu diesem Abschluss dauert je nach angestrebtem Zertifikat 1,5 oder 2,5 Jahre und schließt mit Prüfung und Zertifizierung der Absolvierenden.

Die Gründerin und Literatur

Linda Tellington-Jones, die Namengeberin der Methode, ist die Autorin von 21 Büchern in 15 Sprachen, Videos und Veröffentlichungen zum Thema der Erziehung von Pferden, Hunden und Katzen sowie Wellness für Menschen. Die gebürtige Kanadierin ist die Gründerin der Methode und bereist auch heute noch die ganze Welt, u.a. jährlich Deutschland.

Fisher, S.: Das Anti-Stress Programm für Hunde, Stuttgart (Hohenheim) 2009
Freiling, K.P.: Entspannungstraining für Hunde, Stress, Ängste und Verhaltensprobleme reduzieren. Schwarzenbek 2015
Tellington-Jones, L., Taylor, S.: TTouch for You, Stuttgart 2003
Tellington-Jones, L., Taylor, S.: Der neue Weg im Umgang mit Tieren, Stuttgart 1993
Tellington-Jones, L.: Die Persönlichkeit ihres Pferdes, Stuttgart 1995
Tellington-Jones, L.: Tellington-Training für Hunde, Stuttgart 2010
Zurr, Dr.D.: TTEAM und TTouch in der tierärztlichen Praxis, Stuttgart 2005

Information und Auskunft

finden Sie im Internet unter www.tellington-methode.de, www.ttouch.com, sowie zum Zertifikatslehrgang unter www.tiereakademie.de oder über
Frau Bibi Degn, t 02247/9693910 b.degn@tiereakademie.de

oder den Vorstand des Tellington TTouch Vereins, der die Funktion eines Berufsverbandes der Lehrer*innen der Tellington TTouch Methode hat (siehe www.tellington-methode.de)

 

 

 

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