10 Tipps für Hun­de mit Berührungsangst

Okt 1, 2015

Ges­tern gab ich ein Ein­füh­rungs­se­mi­nar der Tel­ling­ton TTouch Arbeit bei Pia Grö­ning in Marl, in der Pfo­ten­aka­de­mie. Ein­mal mehr freu­te ich mich über die Mög­lich­kei­ten der Metho­de, die Bezie­hung zwi­schen Hund und Mensch durch die Erfah­rung von einem acht­sa­me­ren Umgang zu vertiefen.

Hier sind eini­ge Tipps, wie man Hun­de an Berüh­run­gen her­an­füh­ren kann, die  berüh­rungs­emp­find­lich sind:

1) Ich set­ze, knie, hocke mich neben den Hund und ver­mei­de, mich über den Hund zu beugen.

2) Bevor ich mei­ne Hand an den Hund lege, neh­me ich einen klei­nen Moment (der kann sehr klein sein!) und brin­ge mich men­tal in Ver­bin­dung. Ein klei­nes inne­res „Hal­lo, darf ich dich anfassen?“

3) Ich atme aus, wäh­rend ich die Hand zum Hund führe.

4) Ich lege die Hand im Bereich des Nackens oder der Schul­ter, etwas seit­lich an, und berüh­re nicht als ers­tes den Kopf- auch wenn ich das noch so ger­ne möch­te als Mensch ?

5) Ich lege die Hand mit Selbst­ver­ständ­lich­keit auf den Hun­de­kör­per, so dass es nicht die Qua­li­tät von „anschlei­chen“ hat.

6) Der Hand­rü­cken ist weni­ger inva­siv und bedroh­lich als die Han­din­nen­flä­che. Ich kann mei­nen Hund sehr gut mit den Hand- und Fin­ger­rü­cken abstreichen.

7) Lan­ge Stri­che mit mei­ner Hand sind für das Ner­ven­sys­tem ange­neh­mer als vie­le kur­ze Striche.

8) Nach dem ers­ten Abstrei­chen mache ich eine Pau­se, ich neh­me mei­ne Hand wie­der zurück, atme aus, gehe mit der Auf­merk­sam­keit zu mei­nem Kör­per, mei­ner Atmung, mei­nem Kör­per und erwar­te „die Ant­wort“ des Hun­des in sei­ner Kör­per- und Aus­drucks­spra­che. Vie­le Hun­de nut­zen die­sen Moment der Pau­se, um sich anders zu posi­tio­nie­ren, weg­zu­ge­hen, sich hin­zu­le­gen oder Kom­mu­ni­ka­ti­ons­si­gna­le zu geben.

9) Ähn­lich wie­der­ho­le ich den Vor­gang und lege wei­ter­hin oft Pau­sen ein. Mei­ne Druck­stär­ke ist sehr gering, mei­ne Auf­merk­sam­keit ist füh­lend, for­schend, neu­gie­rig und mei­ne Bewe­gun­gen sind sehr ruhig.

10) Weni­ge klei­ne Momen­te kön­nen ein guter Anfang sein! Even­tu­ell lässt sich mein Hund auch lie­ber wäh­rend des Spa­zier­gangs anfas­sen als zu Hau­se im Körb­chen- dann neh­me ich die­se Mög­lich­keit mit und bin dabei acht­sam, sen­si­bel und zurück­hal­tend mit Druck­stär­ke und Dau­er der Berührungen.

Wes­halb soll ich einen berüh­rungs­emp­find­li­chen Hund über­haupt streicheln/berühren/mit TTouch berüh­ren wollen?

Ein Kör­per, der sich nicht ger­ne anfas­sen lässt, ist nicht in sei­ner bes­ten Ver­fas­sung. Ver­trau­en und Wohl­be­fin­den kön­nen gestärkt wer­den, indem man den Hund lehrt, wohl­tu­en­de BErüh­run­gen zu genießen.

Dar­über hin­aus ist es sehr hilf­reich, wenn Hun­de ler­nen, sich über­all am Kör­per anfas­sen zu las­sen, zb auch für Besu­che bei Tier­ärz­tin oder Tierarzt.

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