Intel­li­genz der Tiere

Vie­le Ver­su­che, Intel­li­genz zu defi­nie­ren, lau­fen auf die Fähig­keit hin­aus, Pro­ble­me zu lösen. Die all­ge­mei­ne Stim­me der heu­ti­gen Wis­sen­schaft hat die Auf­fas­sung, dass Intel­li­genz, wenn­gleich ein indi­vi­du­el­ler Cock­tail, so doch eine erb­li­che Grö­ße ist und dass man sie mit­tels Intel­li­genz­tests mes­sen kann. Für mich habe ich ent­schie­den, den Begriff aus mei­nen Sprach­schatz eher zu strei­chen – und zwar wegen sei­ner Bedeut­sam­keit. Weil ich es leid war, trotz aller­lei posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen drü­ber nach­zu­den­ken, ob ich unter Umstän­den doch nicht aus­rei­chend intel­li­gent sein könn­te. Und weil ich es leid war, Ande­re dar­an zwei­feln und ver­zwei­feln zu sehen. Intel­li­genz ist ein ulti­ma­ti­ves Beur­tei­lungs­kri­te­ri­um. Es gibt wohl weni­ge Gemein­hei­ten, die so tief gehen, wie zu jemand zu sagen: „Du bist ein­fach dumm.” Denn Gescheit­heit ist Lebens­be­rech­ti­gung. Gescheit­heit wird mit Erfolg in unse­rer Kul­tur belohnt, mit gut­be­zahl­ten Jobs, guten Paa­rungs-Chan­cen und mit Macht.

Intel­li­genz und Werturteile

Intel­li­genz­tests wur­den schon miss­braucht, um über Zwangs­ste­ri­li­sa­tio­nen und schlim­mer zu ent­schei­den. In sol­chen Fäl­len ging es um Men­schen mit geis­ti­gen Behin­de­run­gen, die nicht beson­ders lebens­wert, weil zu dumm wären.

Che Gue­va­ra, ein Held mei­ner Jugend­jah­re, Vor­den­ker des Sozia­lis­mus, ob er nun rück­sichts­lo­ser Revo­lu­tio­när, Held oder Hei­li­ger, hat­te den inter­es­san­ten Gedan­ken, dass man geis­tig weni­ger reich Beschenk­te finan­zi­ell min­des­tens eben­so gut oder bes­ser ver­sor­gen müs­se, als die ganz Geschei­ten, weil Letz­te­re durch ihre geis­ti­gen Gaben ja ohne­hin schon einen Vor­teil im Leben hät­ten – auch inter­es­sant gedacht!

Wach­ge­rüt­telt hat mich auch ein Aus­spruch von Lin­da, als es um die Intel­li­genz von ein­zel­nen Pfer­den ging. Sie war voll des Lobes für ein Pferd, das sich als weni­ger klug prä­sen­tier­te, weil sie mein­te, sol­che Pfer­de wür­den zwar lang­sa­mer ler­nen, aber Gelern­tes dann für immer behal­ten. Ich den­ke oft dank­bar an sie, wenn ich mit einem Tier arbei­te, das län­ger braucht um Infor­ma­tio­nen zu ver­ar­bei­ten, es hilft mei­ne Unge­duld zu besänf­ti­gen und abwer­ten­de Gedan­ken zu las­sen. In unse­ren Bemü­hun­gen um Tier­schutz und Tier­recht tritt auch immer wie­der zuta­ge, dass, je geschei­ter (men­schen­ähn­li­cher?!) ein Tier von uns ein­ge­schätzt wird, umso schüt­zens­wer­ter wäre es. Das Leben eines Pri­ma­ten ist höher zu schüt­zen als jenes einer Schne­cke. War­um eigentlich?

Kri­tik am Intelligenz-Begriff

Die Zugän­ge, Intel­li­genz zu ver­ste­hen und zu defi­nie­ren sind nicht immer gut für uns, die Tie­re im Leben haben wol­len, denn Intel­li­genz­tests mes­sen zunächst ein­mal nur die mensch­li­che Intel­li­genz und der Mensch kommt immer wie­der in Ver­su­chung, die Intel­li­genz der rest­li­chen Natur abzu­wer­ten. Wür­de ein Hund, ein Baum, ein Wal, eine Fle­der­maus einen Intel­li­genz­test ent­wer­fen, sähe es bei uns schon recht schlecht aus. Denn wie kann ich mich denn ‑zb aus der Sicht eines Pfer­des- im gemein­sam bewohn­ten Raum schnell und geschickt zurecht fin­den, wenn ich der­ma­ßen schlecht klei­ne Ver­än­de­run­gen bemer­ke, und infol­ge­des­sen nicht auf sie reagie­re, wie ein Mensch.
Eine übli­che Kri­tik am Intel­li­genz-Begriff in der Men­schen­welt ist, Intel­li­genz wäre schlicht­weg das, was der Intel­li­genz­test misst – also eine mehr oder weni­ger sinn­voll gewähl­te Aus­wahl kogni­ti­ver Fähigkeiten.

Wenn ich mich vom Intel­li­genz-Begriff distan­zie­re, weil es eine recht will­kür­li­che Zusam­men­fas­sung von Talen­ten ist, so will ich mir lie­ber die Fähig­kei­ten im Ein­zel­nen anse­hen um jemand, Tier oder Mensch, zu erken­nen, zu ver­ste­hen, zu beschrei­ben. Lie­ber als ein Tier oder einen Men­schen mit dem IQ zu bewer­ten, schaue ich sie oder ihn wie eine bun­te Man­da­la ‑Blu­me an, mit unzäh­li­gen detail­lier­ten Per­sön­lich­keits­merk­ma­len, Geschen­ken und Eigen­ar­ten, die ein­an­der ergän­zen, hem­men, berei­chern, die in unter­schied­li­chen Situa­tio­nen bei unter­schied­li­chen Gegen­übers unter­schied­lich akti­viert wer­den und zu unter­schied­li­chen Pro­blem-Bewäl­ti­gungs-Stra­te­gien füh­ren. Dazu gehö­ren kogni­ti­ve Fähig­kei­ten, kör­per­li­che Geschick­lich­keit, emo­tio­na­le Wen­dig­keit und Tie­fe, Bewusst­heit im kör­per­li­chen wie im psy­chi­schen Bereich, lebens­phi­lo­so­phi­sche Weis­heit, krea­ti­ve Ener­gie und mehr. Wenn auch Man­ches davon im Intel­li­genz­be­griff berück­sich­tigt wird, wird es dann doch auf eine Zahl run­ter­ge­bro­chen, die für mich nichts aus­sagt, und schon gar nicht über den Wert eines Wesens. Aber den­noch nach­fol­gend ein paar Fak­ten aus der Welt der Intelligenz-Forschung.

Die Intel­li­genz der Hunde

Es gibt einen Autor, der im Zusam­men­hang mit der Intel­li­genz-For­schung am Hund viel­fach zitiert wird: Der nord­ame­ri­ka­ni­sche Psy­cho­lo­ge und Hun­de­for­scher Stan­ley Coren. Unter ande­rem schreibt er den Hun­den im Durch­schnitt die Intel­li­genz eines zwei- bis zwei­ein­halb-jäh­ri­gen Kin­des zu, was wie­der­um berück­sich­tigt, was Hun­de alles nicht kön­nen, aber wenig berück­sich­tigt, was Klein­kin­der nicht kön­nen und nie kön­nen wer­den (zB. durch ihren Geruchs­sinn). Er erstellt ein Ran­king der geschei­tes­ten und dümms­ten Hun­de­ras­sen. Dabei schränkt er aller­dings ein, dass er sei­ne Ver­su­che auf einen Aus­schnitt aus dem Spek­trum Intel­li­genz aus­ge­rich­tet hat, näm­lich auf die „Arbeits- und Gehor­sam­keits-Intel­li­genz”, Labra­dor Retrie­ver, Pudel, Gol­den Retrie­ver, Deut­sche Schä­fer­hun­de ste­hen weit vor­ne, Wind­hun­de (wie mei­ner….) weit hin­ten, die wür­de­voll auf Arbeits­ge­hor­sam ver­zich­ten. Ob sie des­halb dumm sind? Mei­ne Wind­hün­din ist jeden­falls wesent­lich erfolg­rei­cher dar­in, mich zu kon­di­tio­nie­ren, als jeder ande­re Hund, den ich in mei­nem Leben hat­te. Auch Kat­zen sind ja durch­aus in der Lage, wie Hun­de Wor­te und Stimm­la­gen des Men­schen zu dif­fe­ren­zie­ren — nur reagie­ren sie nicht so dar­auf, wie Men­schen sich das so wün­schen wür­den und sind inso­fern weni­ger leicht zu dres­sie­ren. Es gibt eben vie­le Aspek­te, die zum Kom­plex Intel­li­genz gehören.

Die Pro­blem­lö­sungs-Kom­pe­ten­zen von Hun­den, also eine Fähig­keit, über etwas „nach­zu­den­ken” um zur Lösung zu gelan­gen, etwa im Ver­gleich zu Pri­ma­ten, ist schwä­cher aus­ge­bil­det. Sie kön­nen sozu­sa­gen ganz schlecht Phy­sik. Man hat Hun­de gelehrt, mit­tels einer Schnur aus einem durch­sich­ti­gen Behäl­ter Fut­ter raus­zu­zie­hen. Sie kön­nen gut asso­zi­ie­ren, also Schnur, zie­hen, Fut­ter- super! Legt man nun eine zwei­te Schnur dazu, die sicht­lich kei­nen Fut­ter­bro­cken am ande­ren Ende hat, ist die Aus­wahl der Hun­de zufäl­lig gewe­sen, obwohl ein Blick die Schnur ent­lang Aus­kunft gäbe. Ande­re Ver­su­che aller­dings las­sen anneh­men, dass Hun­de die Schwer­kraft ver­ste­hen, also wis­sen, dass ein Lecker­chen zu Boden fal­len wird.

 

Foto: Leo­nie Hochrein

Wenn es um asso­zia­ti­ves Ler­nen geht, Tie­re Zusam­men­hän­ge erken­nen müs­sen, schnei­den laut den For­schern Tau­ben ähn­lich gut ab wie Hun­de. Asso­zia­ti­ves Ler­nen zeigt sich bei­spiels­wei­se in Expe­ri­men­ten, in denen Tie­re eine Beloh­nung erwar­ten dür­fen, wenn sie einen bestimm­ten Schal­ter betätigen.

Eine Viel­zahl von geis­ti­gen Ein­zel­leis­tun­gen und „hün­di­schem Quer­den­ken” fin­det man bei Blin­den­führ­hun­den, die nicht nur eine Viel­zahl von kom­ple­xen Hand­lun­gen mit Begrif­fen ver­bin­den, son­dern auch vor­her­se­hen kön­nen, was in einer Umge­bung, die sich ver­än­dert, in direk­ter Zukunft pas­sie­ren kann. Ähn­lich gut geeig­net wie Hun­de wur­den aber auch (eini­ge hun­dert dafür aus­ge­bil­de­te ) Mini-Ponies und Mini-Pfer­de als Hel­fer für Seh-Behin­der­te befunden.

Hun­de haben ein aus­ge­zeich­ne­tes Gedächt­nis in Bezug auf Fähig­kei­ten, die sie vor lan­ger Zeit gelernt haben. Mei­ne Freun­din hat­te ihren Hund gelehrt, Türen zu öff­nen, was sie spä­ter bereu­te. Über län­ge­re Zeit waren bei ihr alle Tür­klin­ken ver­kehrt ange­bracht bis die Fähig­keit über lan­ge Jah­re ver­ges­sen zu sein schien. Als der Hund wirk­lich alt war, hat­te sie sich ver­se­hent­lich aus­ge­sperrt und konn­te durch die geschlos­se­ne Türe die­ses Ver­hal­ten, das län­ger als zehn Jah­re „gelöscht” war, abru­fen- der Hund öff­ne­te ihr von innen die Türe. Es fällt Hun­den hin­ge­gen schwer, sich län­ger als ein paar Sekun­den an etwas zu erin­nern, was sie vor weni­gen Momen­ten wahr­ge­nom­men haben, zum Bei­spiel in wel­cher von ein paar iden­ti­schen Kis­ten jemand ihr Lieb­lings­spiel­zeug ver­steckt hat.

Für Geo­gra­phie haben Hun­de ein gutes Gedächt­nis. Nicht nur erin­nern sie sich gut, wo sie einen Kno­chen ver­gra­ben haben, sie haben auch ein gutes Ori­en­tie­rungs­ver­mö­gen- sie erin­nern sich da mehr an Gerü­che als an visu­el­len Merk­ma­le. Die­se gute ört­li­che Ori­en­tie­rung führt aber auch dazu, dass wir jedes Trai­ning mit Hun­den an unter­schied­li­chen Orten durch­füh­ren müs­sen, denn sie asso­zi­ie­ren ein Ver­hal­ten deut­lich mit einem Ort, an dem sie es gelernt haben.

 

Foto: Leo­nie Hoch­rein. Vie­le Hun­de suchen von sich aus Kon­takt zum Menschen.

Der Hund ist ein Tier, das von sich aus posi­ti­ves Inter­es­se an der Inter­ak­ti­on mit Men­schen hat. Ihre sozia­le Intel­li­genz, die in Bezug auf den Men­schen beson­ders aus­ge­prägt ist, hat hohen Wert für uns. Hun­de schnei­den über­durch­schnitt­lich gut ab, wenn man Ver­hal­tens­wei­sen mit kom­mu­ni­ka­ti­ven Ges­ten ver­bin­det. Hier über­tref­fen sie Wöl­fe (auch hand­auf­ge­zo­ge­ne) und auch Pri­ma­ten bei wei­tem. Hun­de sind im Ver­gleich zu Wöl­fen rich­tig gut dar­in, uns Men­schen zu inter­pre­tie­ren, obwohl sie selbst eine weni­ger dif­fe­ren­zier­te Spra­che haben um ihre eige­nen Befind­lich­kei­ten aus­zu­drü­cken (wie­der im Ver­gleich zum Wolf).

Es gibt heu­te eine gro­ße Zahl von Unter­su­chun­gen und For­schungs­er­geb­nis­sen zur Intel­li­genz von Hun­den, eigent­lich in jedem Buch zur Etho­lo­gie des Hun­des. In mei­nem Bücher­re­gal erwäh­ne ich Bei­trä­ge aus: Dorit U.Feddersen-Petersen: Hun­de­psy­cho­lo­gie; John Brad­shaw: Hun­de­ver­stand; Stan­ley Coren: Die Intel­li­genz der Hun­de; Grif­fin: Wie Tie­re den­ken; Kotrschal: Hund&Mensch; Kit­chen­ham und Ganslo­ßer: For­schung trifft Hund.

Spra­che — die Basis des Denkens?

Ein bekann­tes Phä­no­men, auch aus dem Fern­se­hen bekannt, ist der Bor­der Col­lie „Rico”, der bewies, dass er 200 (in ande­ren Publi­ka­tio­nen 260) Wör­ter mit bestimm­ten Gegen­stän­den asso­zi­ie­ren und die­se Ver­knüp­fun­gen auch behal­ten kann, so dass er die­se Gegen­stän­de auf Zuruf der Bezeich­nung zu brin­gen in der Lage ist- auch wenn die­se Gegen­stän­de für sei­nen Men­schen nicht sicht­bar waren (im Neben­raum über Eck) und die­se selbst nicht wuss­te, wie die Gegen­stän­de sor­tiert sind. Nun ist der Bor­der Col­lie auch eine Hun­de­ras­se, die spe­zi­ell auf das Unter­schei­den akus­ti­scher Signa­le hin gezüch­tet wur­de. Rico schien aber auch sprach­lich schluss­fol­gernd zu den­ken: Füg­ten die Versuchsleiter*innen ein Spiel­zeug hin­zu, das neu und ihm unbe­kannt war, und sag­te sein Mensch ein neu­es Wort, so brach­te Rico meist das neue Spiel­zeug. Ob es nun anders roch oder er es an ande­ren Merk­ma­len unter­schied, in jedem Fall war da ein Aus­schluss­ver­fah­ren im Gange.

Trotz all die­ser Fähig­kei­ten des Ver­ständ­nis­ses kön­nen Hun­de kei­ne Lau­te her­stel­len und mit will­kür­lich gewähl­ter Bedeu­tung bele­gen, was also etwas wie eine Wort­spra­che ergä­be. Übri­gens auch Affen nicht, die in der Lage sind, hun­der­te von ver­schie­de­nen Geräu­schen in Bezug auf deren Bedeu­tung (also die Fol­ge) zu inter­pre­tie­ren. In den Köp­fen von Hun­den und ande­ren Tie­ren bewe­gen sich kei­ne Wor­te. Abseits von sprach­zen­trier­ten Model­len, Intel­li­genz zu kate­go­ri­sie­ren, in der immer wie­der der Mensch als Sie­ger her­vor­ge­hen wird, gibt es also eine sprach­un­ab­hän­gi­ge Ver­nunft, eine Intel­li­genz für ver­nünf­ti­ge Ent­schei­dun­gen ohne dabei Wor­te als Abbild zu nut­zen. Es ist für uns Men­schen schwer, sich vor­zu­stel­len, wie man die Welt im Kopf reprä­sen­tie­ren kann, ohne sie durch Wor­te abzu­bil­den, weil für uns den­ken und Gedan­ken immer mit einer sprach­li­chen Reprä­sen­tanz zu tun haben. Viel­leicht funk­tio­nie­ren unse­re Träu­me so – dazu weiß ich zu wenig über das Träumen.

Kogni­ti­ve Ethologie

Etwa seit den acht­zi­ger Jah­ren wird das Den­ken der Tie­re genau­er betrach­tet, ihre Fähig­kei­ten ohne sprach­li­che Reprä­sen­tanz Plä­ne zu haben und ent­spre­chend zu han­deln, die Kau­sa­li­tät von Zusam­men­hän­gen zu erfas­sen, Pro­ble­me zu lösen, Absich­ten zu haben, Ent­schei­dun­gen bewusst zu tref­fen, was gleich­zei­tig bedeu­tet, Erwar­tun­gen zu haben, und die Fra­ge, ob sol­che Pro­zes­se bewusst ablau­fen wür­den (letz­te­res bie­tet wie­der­um ein Kri­te­ri­um, über das sich der Mensch vom Tier abgren­zen will/könnte). All die­se Fähig­kei­ten wer­den heu­te mit immer wie­der über­ra­schen­den Ergeb­nis­sen in der „kogni­ti­ven Etho­lo­gie” zusam­men gefasst.

Das Pferd

Auch die Pfer­de haben als sozia­le Tie­re eine hohe sozia­le Intel­li­genz. Füh­rungs­kräf­te pro­fi­tie­ren von Pfer­de­in­tel­li­genz in den unter­schied­lich hilf­rei­chen Ansät­zen des Coa­chings mit dem Pferd. Das berühm­te Pferd „Hans”, das schein­bar zäh­len und recht kom­pli­ziert rech­nen konn­te, das das rich­ti­ge Ergeb­nis an unbe­wuss­ten kör­per­sprach­li­chen Regun­gen des Men­schen ab, wenn das rich­ti­ge Ergeb­nis sei­nes Auf­stamp­fens eines Hufes erreicht war.

Man ver­mu­tet, dass das Zusam­men­le­ben in sozia­len Grup­pen der Aus­lö­ser den gro­ßen Wachs­tums­schub des mensch­li­chen Gehirns aus­ge­löst hät­te, mehr als das Frei­wer­den der Hän­de durch das auf­rech­te Gehen. Auch von Pfer­den, Del­phi­nen, Kame­len und Hun­den spricht man von gut­ent­wi­ckel­ten Gehirnstrukturen.

 

Das Pferd als sozia­les Tier …

 

…hat gro­ße sozia­le Intel­li­genz, was uns Men­schen meist zugu­te kommt. Foto: A.Forberg

Im Gegen­satz zum Hund kön­nen Pfer­de mit abs­trak­ten visu­el­len Sym­bo­len etwas anfan­gen. Sie haben in Ver­su­chen gezeigt, dass sie auch Kon­zep­te wie hart, weich, For­men, Far­ben, gleich und anders­ar­tig ver­stan­den (u.a. Mar­ti­na Ger­ken, Uni Göt­tin­gen, gemein­sam mit ihrer Stu­den­tin Vivi­an Gabor an Shet­land-Ponys, E.B. Hang­gi USA). Eben­falls im Gegen­satz zu Hun­den sah man Pfer­de ziel­orie­tiert Werk­zeu­ge benut­zen. Schon oben erwähn­te ich die außer­ge­wöhn­li­chen Leis­tun­gen eini­ger hun­dert aus­ge­bil­de­ter Blin­den-Führ-Ponies und Minipfer­den, die sich im Stra­ßen­ver­kehr ori­en­tie­ren, Trep­pen, Zebra­strei­fen erken­nen und die Bedeu­tung von Begrif­fen wie und, oder neben, zwi­schen, rechts, links zu unter­schei­den lern­ten, stu­ben­rein waren und sich im Restau­rant unauf­fäl­lig ableg­ten. Auch in der Pfer­de-Agi­li­ty müs­sen Kon­zep­te wie neben, unten durch, drü­ber ver­stan­den werden.

Pfer­de ler­nen durch Beob­ach­tung. Die erwähn­te Benut­zung von Werk­zeug, näm­lich einen Ast, um ans Heu zu gelan­gen, nut­ze ein Pferd in der Schweiz, spä­ter imi­tier­te es auch sein Maul­tier-Kum­pel. Ich lie­be es mit Pfer­den zu arbei­ten, und die Her­den­mit­glie­der als Zuschau­er rund­um mit­ler­nen zu las­sen. Oft habe ich den Ein­druck, dass jun­ge Pfer­de, wenn sie „end­lich auch dran sind”, vie­les schon wis­sen. Angeb­lich ler­nen Foh­len durch Beob­ach­tung von ihrer Mut­ter über gif­ti­ge und gesun­de Pflan­zen und Pflanzenteile.

Die gro­ße Unbekannte

Vie­le Ein­zel­fak­ten und doch wis­sen wir gar nichts. Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler kön­nen die­se in Bezug zuein­an­der brin­gen, und sie kön­nen Vie­les erklä­ren. Natur­wis­sen­schaf­ten kön­nen beschrei­ben, was neu­ro­nal in den Tie­ren pas­siert, Etho­lo­gen ihr Ver­hal­ten auf­schlüs­seln, aber den­noch: Alles was wir erfor­schen und erfah­ren kön­nen, ist auf der Basis unse­res eige­nen Erfah­rens­hin­ter­grunds. Wir kön­nen die Tie­re in unse­re Welt hin­ein­zie­hen und sie 160 Men­schen­wör­ter leh­ren, ihnen sogar bei­brin­gen, über Kom­mu­ni­ka­ti­ons­hilfs­mit­tel mit uns zu reden, aber wir blei­ben in all die­sen Dis­zi­pli­nen in den Gren­zen unse­rer eige­nen kogni­ti­ven Mög­lich­kei­ten ste­cken. Was bleibt ist die gro­ße Unbe­kann­te, „wie es ist, eine Fle­der­maus zu sein”. Mit die­sem Satz hat ein ame­ri­ka­ni­scher Phi­lo­soph die Tat­sa­che beschrie­ben, dass wir trotz all die­ser Bemü­hun­gen den Geist der Tie­re zu erfas­sen, kei­ne Ahnung haben, wie es sich anfühlt, ein Hund, ein Pferd, eine Fle­der­maus oder ein Schmet­ter­ling zu sein.

Der Kopf kann viel ver­ste­hen und ler­nen, Mess­ge­rä­ten kön­nen wun­der­bar objek­tiv ver­glei­chen und auf­zeich­nen – aber die Tie­re ver­ste­hen, mit dem Kopf, mit unse­rer Wort­spra­che- lei­der nicht. Dafür dür­fen wir ande­re Wege gehen.

Ein klei­nes Biss­chen „wis­sen” bekom­me ich geschenkt mit man­chem acht­sa­men Ein­ein­vier­tel­kreis. So darf ich manch­mal erah­nen, wie das Leben in die­sem Kör­per pri­ckelt. Nein, kei­ne belast­ba­ren Tat­sa­chen und stich­hal­ti­gen Fak­ten, nichts, was sich leicht auf­schrei­ben und erklä­ren lässt, aber Momen­te, in denen ich ahne, ich kann die­se Schran­ke über­win­den, füh­lend in Ver­bun­den­heit mit dem gro­ßen Gan­zen, dem Leben, mit dem Tier das bei mir ist, mit mei­nem Her­zen, das die­se Ver­bin­dung in sei­ne Stil­le auf­nimmt. Ver­bun­den in Liebe.

 

Man­ches kann man nicht ver­ste­hen, son­dern nur er-füh­len. Foto: Luna van Well

 

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ResilienzRaum.  Lehrgang  2027 für tiergestützte Interventionen mit Pferden
ResilienzRaum. Lehrgang 2027 für tiergestützte Interventionen mit Pferden
15.09.2026
Tiereakademie – verschiedene Veranstaltungsorte Diese Weiterbildung qualifiziert dich dafür, tiergestützte Interventionen mit Pferden professionell, achtsam und qualitätsgesichert umzusetzen. Du verbindest fundiertes Fachwissen aus der TGI mit Grundlagen der Tellington TTouch® Methode sowie einer klaren Haltung zu Resilienz, Selbstwirksamkeit und Selbstfürsorge. Ziel ist eine verantwortungsvolle, reflektierte Praxis, die dem Wohlergehen von Mensch und Pferd gleichermaßen gerecht wird. Mehr erfahren →
Dein Hund - fit und gesund mit Tellington
Dein Hund - fit und gesund mit Tellington
28.09.2026 - 03.10.2026
Pfotenhof - Mönchengladbach Ausbildungsseminar Tellington TTouch® · Gesundheit & Biomechanik mit Bibi Degn und Doris Grütjen Wie bewegt sich ein gesunder Hund? Was sagt sein Gang über seinen... Mehr erfahren →
Vom Dingo zur Piaffe. Intensiv-Seminar und Urlaub verbinden!
Vom Dingo zur Piaffe. Intensiv-Seminar und Urlaub verbinden!
09.10.2026 - 14.10.2026
Finca las Piñas - More than Riding in Andalusien Veranstaltungsort Finca las Piñas — More than Riding in Andalusien Vom Dingo zur Piaffe Ein sechstägiges Präsenzseminar in Spanien für deutschsprachige Teilnehmende – fundiert, achtsam,... Mehr erfahren →
Tellington TTouch® Intensiv mit Tina Constance
Tellington TTouch® Intensiv mit Tina Constance
27.04.2027 - 01.05.2027
Pfotenhof - Mönchengladbach Unsere Gastdozentin: Tina Constance Wir freuen uns sehr, Tina als Dozentin für dieses Blockseminar begrüßen zu dürfen. Tina ist Tellington TTouch® Instruktorin für Pferde und... Mehr erfahren →

Was unsere Teilnehmerinnen sagen:

"Sehr pädagogisch professionell, kreativ und auf Fragen immer eingehend – mit viel Erfahrung und Wissen. Ich würde die Weiterbildung jedem empfehlen, der mit Pferden arbeiten möchte"

Bärbel F.

Ich hätte nicht geglaubt, dass sich Hunde in einer Gruppe mit so vielen anderen so ruhig verhalten können - danke allen für die Umsicht und Rücksichtnahme auf Benni!

Teilnehmerin

"Ich empfehle diese Weiterbildung aus vollem Herzen weiter. Darin liegen gebündeltes Wissen aus langjähriger Pferde- und Pädagogikerfahrung, viel Herzblut und Begeisterung, Theorie und tolle Praxiserfahrungen. Ich würde die Ausbildung sofort noch einmal machen!"

Kristina R.

"Der Raum innerhalb der Seminare war immer sehr herzlich, man fühlte sich direkt angekommen. Alle Dozentinnen strahlen eine Ruhe und Wärme aus, bei der man sich einfach wohlfühlen muss."

Teilnehmerin

Es ist persönlich, es ist praxis-orientiert und es ist professionell. Das ist die Kombination, die ich liebe, deshalb komme ich immer wieder. Macht weiter so - es gibt schon genug Schulungen, in denen man mehr auf die Leinwand starrt, als am Tier zu arbeiten!

Teilnehmerin

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