Ein paar Tipps für das Anrei­ten jun­ger Pfer­de

Sep 27, 2015

Vor­be­rei­tung jun­ger Pfer­de auf die Arbeit unter dem Sat­tel
Boden­ar­beit nach der Tel­ling­ton TTouch Metho­de

Eine Schlüs­sel­erfah­rung im Leben der meis­ten Pfer­de ist die Gewöh­nung an Sat­tel­zeug und Rei­ter. Man­che Aus­bil­der kon­fron­tie­ren das Pferd mit der For­de­rung, sich rei­ten zu las­sen und neh­men den fol­gen­den Kon­flikt auf sich. Die Tel­ling­ton Metho­de „schnei­det die Auf­ga­be in hauch­dün­ne Schei­ben“ und geht kon­flikt­frei aus der Situa­ti­on – und mit einem ver­trau­ens­vol­len Pferd.

Sehe ich mir die Auf­ga­ben­stel­lung „Gerit­ten­wer­den“ aus der Sicht des rohen Pfer­des an, so erge­ben sich fol­gen­de kri­ti­sche Momen­te:

- die Bedro­hung durch etwas (einen Men­schen) von oben,
— Druck und Been­gung durch das Sat­tel­zeug
— irri­tie­ren­de (da unge­lern­te, unver­ständ­li­che) Hil­fen­ge­bung und Ein­wir­kung
— Balan­ce­pro­ble­me, da man­gel­haf­te Kör­per­be­herr­schung

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Boden­übungen hel­fen mir in der Arbeit mit Jung­pfer­den, die pro­ble­ma­ti­schen Punk­te des Geri­t­­ten-Wer­­dens zu über­win­den:

- Die Bedrohung durch den Men­schen von oben
Ich gewöh­ne das Pferd im Lau­fe der Boden­ar­beit dar­an, ruhig und gelas­sen unter Din­gen durch­­­zu-gehen, zuletzt auch unter einer Plas­tik­pla­ne. Die­se war vor­her am Boden und seit­lich ein­ge­setzt wor­den, und ist dem Pferd bekannt. Es hat­te gelernt, den Flucht­in­stinkt zu über­win­den und mit Bedacht an die­ses zunächst beängs­ti­gen­de Ding her­an­zu­ge­hen.
Wir stel­len uns auf Stroh­bal­len, das jun­ge Pferd geht in Ruhe dar­an vor­bei, bleibt ste­hen, und ge-nießt den TTouch® (Kör­per­ar­beit) von die­sen Men­schen hoch oben.
Der Schritt von da bis zum ers­ten Auf­stei­gen ist ein wei­te­rer klei­ner Fort­schritt und kein Ein­bruch.

-Druck und Been­gung durch das Sat­tel­zeug
Mit Kör­per­seil und Kör­per­ban­da­ge als ers­tem Schritt und spä­ter den Auf­ga­ben des Fah­rens vom Boden, leh­re ich das Pferd, bereit­wil­lig aller­lei Mate­ri­al auf sei­nem Kör­per zu tra­gen.
Auch bei den emp­find­lichs­ten Pfer­den habe ich kei­ne Pro­ble­me mit dem ers­ten Sat­teln, seit ich sie auf den Druck des Gur­tes vor­be­rei­te: Eine elas­ti­sche Ban­da­ge als Kör­per­band, mit einem gefal­te­ten Tuch, spä­ter mit einem Gurt, neh­men wir sanft Druck auf und geben dann lang­sam wie­der nach. Die­se Tech­nik als ein Teil der Kör­per­ar­beit ist dem Pferd bekannt und sehr ange­nehm. Der Schritt zum ers­ten Gur­ten ist eine Wei­ter­füh­rung die­ser Tech­nik und die Pfer­de neh­men den Sat­tel­gurt an, ohne jemals zu bocken oder die Atmung anzu­hal­ten.

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- Irri­tie­ren­de, da unver­ständ­li­che Hil­fen­ge­bung und Ein­wir­kung
Die Arbeit in ver­schie­de­nen Führ­po­si­tio­nen zwi­schen den Hin­der­nis­sen füh­ren zu kon­zen­trier­ter Mit­ar­beit auf die feins­ten Signa­le, Koope­ra­ti­on und Mit­den­ken. Das Pferd erfährt, daß jedes klei­ne Zei­chen sei­ne Bedeu­tung hat, und ent­wi­ckelt Freu­de dar­an, sei­ne Auf­ga­ben zu erfül­len.
Wäh­rend des Fah­rens vom Boden ler­nen mei­ne vier­bei­nin­gen Schü­ler selb­stän­dig zu arbei­ten, die Signa­le zu ver­ste­hen, wenn auch der hil­fen­ge­ben­de Mensch nun nicht mehr immer neben dem Pferd her­läuft — wie es ja auch beim Rei­ten sein wird. Dabei arbei­te ich immer zunächst zu zweit am Pferd, ein/e Helfer*in an der Führ­lei­ne und eine/r an den Fahr­lei­nen.
„Len­kung und Brem­se“ sind nun­mehr ein­ge­baut und mein Aus­­­bil­­dungs-Pferd wird danach auch fein auf den Hals­ring oder Balan­ce­zü­gel reagie­ren.

-Balan­ce­pro­ble­me: Die ver­schie­de­nen Boden­hin­der­nis­se, wie Laby­rinth, Stern etc. eig­nen sich her­vor­ra­gend für die Schu­lung von Balan­ce und Koor­di­na­ti­on, wesent­lich ist das WIE der Aus­füh­rung: Vie­le Boden­­ar­­beits-Übun­­­gen sehen ein­fach aus, brin­gen ihren Erfolg aber erst durch die Beach­tung vie­ler klei­ner Details.

Tellington Bodenarbeit

Zwei häu­fig vor­kom­men­de Balan­ce­pro­ble­me, die auch die Arbeit unter dem Sat­tel erschwe­ren:
1) das „Fal­len“ nach vor­ne: Stel­len wir uns unser Pferd als Gegen­stand vor, schmal unter­stützt durch vier Bei­ne und eine Ver­län­ge­rung (Hals) mit einem Gewicht am Ende (Kopf), so wäre uns klar, daß die­ser Gegen­stand eine Ten­denz hat, auf den Kopf zu fal­len. Oft arbei­te ich mit Pfer­den, die die­sel­be Ten­denz haben und des­halb ihre Bei­ne (mehr oder weni­ger schnell) vor­set­zen müs­sen, um dem Drän­gen der Mas­se nach­zu­kom­men. Des­halb zei­ge ich ihnen, daß sie auf fei­ne Signa­le mit Führ­lei­ne, Ger­te und Fahr­lei­nen ihren Schwer­punkt nach hin­ten ver­schie­ben kön­nen und somit weni­ger umre­flek­tier­tem Vor­wärts­drang unter­lie­gen. Die­se Übung schult zugleich den Cha­rak­ter: Die Pfer­de ler­nen, sich zurück­zu­neh­men.
2) Das Fal­len auf die äuße­re oder inne­re Schul­ter: Die natür­li­che Schie­fe führt dazu,daß vie­le Pfer­de in der Wen­dung auf die eio­ne oder ande­re Schul­ter fal­len und ihr Gleich­ge­wicht ver­lie­ren. Mit­tels der Tel­ling­ton Boden­­ar­­beits-Übun­­­gen ler­nen mei­ne Aus­bil­dungs­pfer­de bereits jetzt die Tech­nik, sich zu bie­gen, und gesetzt um eine ziem­lich enge Wen­dung zu gehen. Das Laby­rinth ist ein wun-der­­ba­­res Mirt­tel für die­se Übung. Ich füh­re lang­sam und hal­te immer wie­der an, um das Pferd neu aus­zu­ba­lan­cie­ren.

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Falls Sie unsi­cher über die Aus­füh­rung der Auf­ga­ben sind, falls Sie ihr Pferd so klein­schrit­tig anrei­ten wol­len, dass es jeden Schritt ver­steht, holen Sie sich Hil­fe bei einem Tel­­lin­g­­ton-Prac­­ti­­ti­o­­ner oder in der Lite­ra­tur, damit ihre Bemü­hun­gen auch wirk­lich den gewünsch­ten Erfolg brin­gen.

Lite­ra­tur: Tel­­lin­g­­ton-Trai­­ning für Pfer­de, bzw. Pfer­de aus­bil­den mit dem Tel­­lin­g­­ton-Trai­­ning: TTouch, Boden­ar­beit, Rei­ten www.tteamshop.de

 

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